Nährstoffe

Protein

Katzen benötigen einen hohen Proteingehalt in der Nahrung. Sie nutzen Proteine als Energiequelle, aber unter anderem auch zum Körperaufbau und zur Aufrechterhaltung des Glucosespiegels im Blut. Katzen sind im Gegensatz zu Menschen nicht in der Lage, ihren Verbrauch an wenig Eiweiß im Futter anzupassen, was bedeutet, dass sie körpereigenes Protein (Muskelmasse) abbauen, wenn nicht genug Protein mit der Nahrung zugeführt wird. Daher ist der Proteinbedarf von Katzen wesentlich höher als der von Hunden oder Menschen. Sie sind auf tierische Bestandteile wie Fleisch angewiesen, denn nur diese enthalten Proteine in ausreichenden Mengen und für die Katze hochverdaulicher Form sowie alle Aminosäuren einschließlich Taurin und Arginin, die sie zum Leben braucht.

Fett

Fette sind wichtige Energielieferanten und Geschmacksverbesserer des Futters. Fett ist notwendig, um die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine sicherzustellen. Es liefert essentielle Fettsäuren, die jedoch teilweise nur in tierischen Fetten enthalten sind, daher sind diese immer den pflanzlichen Ölen vorzuziehen.

In Pflanzenölen fehlen für Katzen lebenswichtige Fettsäuren, während je nach Sorte, z. B. in Olivenöl, erhebliche Mengen Ölsäure enthalten sind, die für Katzen nicht essentiell ist. Meist weisen Pflanzenöle ein ungünstigeres Fettsäuremuster und mehr ungesättigte Fettsäuren als tierische Fette auf, die daher für Katzen besser geeignet sind. Insbesondere Pflanzenöle wie Sonnenblumenöl und Distelöl enthalten hohe Mengen Linolsäure, so dass es unter Umständen zu einer Überversorgung kommt, die wiederum dazu führen kann, dass von anderen wichtigen Fettsäuren zu wenig aufgenommen wird. Aus diesem Grund sind allerdings auch hohe Mengen an Hühnerfett nicht geeignet, da sie ebenfalls sehr viel Linolsäure enthalten. Die Katze ist im Gegensatz zum Menschen nicht in der Lage, aus Linolsäure Arachidonsäure und aus Linolensäure in mehreren Schritten Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) selbst zu bilden, daher müssen diese mit der Nahrung aufgenommen werden.

Die Fettsäuren müssen im richtigen Verhältnis zueinander in der Nahrung vorhanden sein, wobei hier insbesondere das Verhältnis von Omega 6:Omega 3 zu erwähnen ist. Wildtiere, also auch die Beutetiere der Katze in der Natur, haben ein Omega-Verhältnis von 4:1 bis 5:1, was als optimal angesehen wird. Fett von Tieren wie z. B. Geflügel oder Rind, die konventionell aufgezogen und daher mit Getreide ernährt werden, enthält wenig Omega-3-Fettsäuren, so dass das Verhältnis bei 20:1 oder darüber liegen kann. Denkbar ist, dass dies auch auf gezüchtete Futtertiere wie Mäuse und Ratten aus dem Handel zutrifft, die mit fertigen Getreidemischungen gefüttert werden. Weidetiere, die Gras fressen, weisen ein besseres Verhältnis auf. Daher ist es für Katzen günstiger, wenn sie Lamm-, Rindfleisch usw. aus Weidehaltung anstatt konventioneller Haltung bekommen. Generell ist Fleisch von Tieren aus Freilandhaltung besser geeignet. Fleisch von Wildtieren wie Reh, Hase oder Wildgeflügel sowie Kaninchen haben ebenfalls ein günstiges Verhältnis dieser Fettsäuren.

Kohlenhydrate

Katzen fehlen einige Enzyme, um Kohlenhydrate adäquat aufzuspalten, da ihre natürliche Nahrung nur sehr wenig Kohlenhydrate enthält. Die Katze benötigt keine Kohlenhydrate, da sie ihre Energie normalerweise ausschließlich aus Proteinen und Fetten gewinnt, welche ihr bei der Ernährung mit natürlichen Beutetieren in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen. Das zeigt sich auch im Fehlen der Amylase sowie in der geringen Aktivität der Glucokinase und der Unfähigkeit, diese an hohe Mengen von Kohlenhydraten in der Nahrung anzupassen. Es macht dennoch Sinn, ein wenig Gemüse, Samen oder Sprossen zu füttern, da die Katze eine kleine Menge von etwa 3 bis 5 % pflanzlichen Materials in Magen und Darm der Beutetiere vorfindet und anscheinend einen Nutzen daraus zieht. Zudem kann man mit den enthaltenen Fasern, vergleichbar mit den Ballaststoffen für uns Menschen, auch etwas das im Futter fehlende Fell des Beutetieres ersetzen. Wir verwenden kein Getreide in unseren Futterzubereitungen, da es nicht oder nur in winzigen Mengen im Mageninhalt der Beutetiere zu finden ist. Für viele Katzen ist Getreide unverträglich und liefert zudem unerwünschte “leere” Kalorien in Form von Stärke.

Vitamine

Für die Aufrechterhaltung aller Körperfunktionen sind Vitamine lebensnotwendig. Sie sind an unterschiedlichen Abläufen beteiligt und erfüllen viele Aufgaben, u. a. sorgen sie für den Knochenaufbau, eine gute Sehkraft und einen funktionierenden Stoffwechsel. Auch für ein gutes Immunsystem spielen sie eine wichtige Rolle. Vitamine sind empfindlich und werden durch Verarbeitung, Lagerung oder Einfrieren zum Teil zerstört. Eine Unterversorgung führt zu Mangelerscheinungen, aber auch die Überversorgung einzelner Vitamine kann zu körperlichen Problemen und Krankheiten führen. Manche Vitamine kann die gesunde Katze selbst im Darm synthetisieren. Jedoch muss sie alle Vitamine, außer Vitamin C, welches nicht essentiell für Katzen ist, regelmäßig mit der Nahrung aufnehmen. Wenn eine Katze ihre Beutetiere frisch verzehrt, erhält sie alle benötigten Vitamine.

Die fettlöslichen Vitamine A, D, E, K werden im Körper gespeichert und dürfen nicht überdosiert werden, da sie sich anreichern können. Die Katze ist darauf angewiesen, Vitamin A aus tierischen Quellen zu bekommen. Sie ist nicht in der Lage, das in Pflanzen als Vitamin-A-Vorstufe vorkommende Beta-Karotin in die aktive Form Retinol umzuwandeln. Vitamin A wird hauptsächlich in der Leber gespeichert. Katzen können nur Vitamin D3 nutzen, welches ausschließlich in tierischen Materialien vorkommt. Es wird zum großen Teil im Fettgewebe eingelagert, Fisch ist reich an Vitamin D. Vitamin D2, das in Pflanzen vorkommt, ist für die Katze nicht verwertbar.

Wasserlösliche Vitamine sind der Vitamin-B-Komplex, Vitamin  C und Biotin. Sie werden nicht gespeichert, daher entsteht außer bei Vitamin C schnell ein Mangel, wenn sie nicht regelmäßig zugeführt werden.

Mineralstoffe

Mineralstoffe sind anorganische Substanzen und bestehen aus Mengenelementen wie Calcium, Phosphor, Natrium, Kalium, Magnesium und Spurenelementen wie Eisen, Zink, Kupfer, Mangan und Selen, um einige zu nennen. Mineralstoffe sind wichtig für die Knochen, die Nerven, den Proteinstoffwechsel, die Aktivität von Enzymen und Hormonen und die Aufrechterhaltung des osmotischen Gleichgewichtes im Körper. Sie sind sehr stabil und werden durch Einfrieren oder Erhitzen nicht zerstört, können jedoch beim Kochvorgang in das Kochwasser austreten.

Eine wichtige Rolle für den Knochenaufbau spielen Calcium und Phosphor. Die Calcium-Phosphor-Balance kann zwischen 0,9:1 und 1,4:1 liegen, wobei 1,1:1 bis 1,2:1 als optimal anzusehen ist. Jedoch kommt es nicht nur auf das richtige Verhältnis, sondern auch auf die Menge der Mineralstoffe an, da alle Mengen- und Spurenelemente, nicht nur das Calcium und Phosphor, voneinander abhängig sind und im richtigen Verhältnis zueinander vorhanden sein sollten. Ein Zuviel oder Zuwenig eines Stoffes kann die Aufnahme eines anderen beeinträchtigen, da die Wechselwirkungen, auch mit einigen Vitaminen, sehr komplex sind. Rohe Knochen sind eine natürliche Quelle von wichtigen Mineralien einschließlich Calcium.

Natrium regelt zusammen mit Chlor und Kalium den Wasserhaushalt, den osmotischen Druck der Körperflüssigkeiten, ist wichtig für die Nerven und am Transport von Nährstoffen im Körper beteiligt. Auch für die Bildung der Magensäure ist es unentbehrlich. Wichtig ist eine ausgewogene Balance zwischen Natrium und Kalium, welches in purem Fleisch ausreichend enthalten ist. Im Gegensatz dazu ist Natrium nur marginal im Fleisch vorhanden und in größeren Mengen in Blut, Knochen sowie Nieren zu finden. Auch um diese Balance wieder herzustellen, muss Natriumchlorid (Salz) bei einer Fütterung ohne Knochen und Blut ergänzt werden.

Wasser

Wasser gehört zu den Grundlagen des Lebens und ist wichtig für die einwandfreie Funktion von Herz, Kreislauf und Nieren, der Wärmeregulierung und den Transport von Sauerstoff und Nährstoffen. Die Katze ist ein Wüstentier und kommt mit wenig zusätzlichem Wasser aus, wenn die Nahrung 70 % Feuchtigkeit enthält, wie es bei den natürlichen Beutetieren der Fall ist. Da Katzen sich im Laufe der Evolution darauf spezialisiert haben, den größten Teil des Wasserbedarfs über die Nahrung zu decken, entwickeln sie kein ausgeprägtes Durstgefühl. Wenn die Nahrung wenig Flüssigkeit enthält, droht die Katze auszutrocknen, da sie so gut wie immer zu wenig Wasser trinkt, um das Flüssigkeitsdefizit auszugleichen. Um eine Dehydration und daraus resultierende Krankheiten zu vermeiden, sollte der Katze eine Diät geboten werden, die einen natürlichen Feuchtigkeitsgehalt hat, wie es beispielsweise bei Rohfutter der Fall ist.

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