Rohfütterung

Wer sich ernsthaft mit dem Gedanken trägt, seine Katze mit Rohkost zu ernähren, sollte sich unbedingt weiterführend mit dem Thema beschäftigen und sich umfassendes Wissen über die Nahrungsansprüche der Katze und die praktische Umsetzung bei der eigenen Herstellung des Futters aneignen. Unsere Webseite bietet einen guten Einstieg in das Thema, erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen in den Kapiteln Nährstoffe, Rohfütterung (diese Seite), Zubereitung und Rezepte gehören zusammen.

Protein

Fleisch/Futtertiere

Ein Beutetier besteht zu etwa 50 % aus Muskelfleisch, der Rest setzt sich aus Haut, Fell/Federn, Fett, Blut und anderen Körperflüssigkeiten, Knochen, Sehnen und inneren Organen zusammen. Die Eiweißgehalte der diversen Fleischsorten unterscheiden sich nicht sehr voneinander. Abweichungen in der Originalsubstanz entstehen hauptsächlich durch unterschiedliche Wasser- und Fettgehalte. Reines Muskelfleisch liefert zwar die essentiellen Aminosäuren, enthält aber viel mehr Phosphor als Calcium und wenig Natrium. Diese Mineralien sind hauptsächlich in Knochen, Sehnen und Blut zu finden. Das gleiche gilt für viele Spurenelemente und Vitamine.

Ganz bzw. in größeren Stücken können verfüttern werden: Mäuse, Ratten, Eintagsküken (werden gefroren im Zoohandel oder Internet für Reptilienhalter angeboten), Wachteln, Tauben, Stubenküken, Fisch, Meeresfrüchte oder fleischige Knochen wie Hühnerhälse und Flügel.

Mit Knochen durch den Fleischwolf drehen: Die oben genannten, falls die Katze noch nicht daran gewöhnt ist, ganze Tiere oder größere Stücke zu fressen. Außerdem Hühner, Enten, Rebhühner, Fasane, Kaninchen, Hasen.

Knochen nicht verwendbar, da zu groß, deshalb nur Fleisch wolfen oder klein schneiden: Kalb und Rind, Pferd, Lamm und Schaf, Ziege, Reh, Schwein (nur in Aujeszky freien Ländern), Pute, Gans, Emu, Strauss.

Innereien

Innereien sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen, enthalten aber auch andere wichtige Bestandteile wie z. B. Taurin, welches in größerer Menge in Herzen enthalten ist. Innereien sollten ca. 10 % der Futterration ausmachen, wobei der Leberanteil wegen des hohen Vitamin-A-Gehaltes nicht mehr als 3 bis 5 % der Gesamtfuttermenge betragen sollte. Auch andere Innereien wie Magen (manche Katzen können sich sogar für grünen Pansen erwärmen), Niere und Lunge können ab und zu in kleinen Anteilen gefüttert werden. Herz dagegen ist eigentlich ein Muskel und kann in größeren Mengen gegeben werden.

Rohe Eier

Können ab und zu gefüttert werden, insbesondere Eigelb enthält wertvolle Vitamine, Proteine und Fette. Falls regelmäßig Eintagküken gegeben werden, die bereits Eigelb enthalten, sollten zusätzlich keine Eier gefüttert werden.

Milchprodukte

Man kann ab und zu Naturjoghurt oder Quark geben, worauf wir allerdings verzichten, da es sich hierbei um verarbeitete Produkte handelt, die wenig Nährstoffe enthalten, z. B. kein Taurin und wenig Vitamine, und erwachsene Katzen von Natur aus keine Milchprodukte zu sich nehmen.

Taurin

Viel Taurin ist in Hirn, Augen und Galle (welche meistens nicht verfüttert werden kann), aber auch Herz, Putenfleisch aus der Keule oder Muscheln und Krabben enthalten. Auch in Muskelfleisch ist Taurin, wobei hier die Werte schwanken, dunkles Fleisch ist taurinhaltiger als helles. Es gibt erst wenige Angaben über den Tauringehalt der Maus sowie verschiedener Futtermittel. Taurin könnte durch das Lagern und Einfrieren an Verdaulichkeit verlieren. Um einem Mangel vorzubeugen, sollte man 1000 mg Taurin pro kg Futter supplementieren, manchmal werden sogar 2000 mg empfohlen. Bei diesen Mengen ist eine Überdosierung ausgeschlossen. Bezugsquellen: Apotheke, Internet.

Fett

Der Fettgehalt der Nahrung sollte weder zu hoch noch zu niedrig sein und durchschnittlich bei 10 % liegen. Im Körper ist Fett zum großen Teil unter der Haut eingelagert, aber auch in Fettdepots, die im ganzen Körper verteilt sowie am und im Fleisch zu finden sind. Fleisch von Lamm oder Rind ist oft mit Fett durchzogen, während sich bei Geflügel das Fett hauptsächlich unter der Haut, aber kaum im Fleisch befindet.

Am besten und natürlichsten ist die Verwendung des rohen Fettes, welches im Tier bzw. der Fleischsorte enthalten ist. Je nach Sorte und je nachdem, welche Teile verwendet werden, muss jedoch Fett supplementiert werden. Dies kann direkt durch Zugabe verschiedener Fette und Öle erreicht werden. Tierische Fette sind pflanzlichen Fetten vorzuziehen. Wenn pflanzliche Öle gegeben werden, sollten sie kalt gepresst und von hochwertiger Qualität sein. Alle Öle werden nur in kleinen Mengen gekauft, kühl und dunkel gelagert und bald aufgebraucht, da ungesättigte Fettsäuren schnell oxidieren. Günstiger ist es immer, den Ausgleich dadurch zu erreichen, dass man Mahlzeiten von fetten und mageren Tieren/Fleischsorten abwechselt. Ein Überblick:

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Tier/Fleischsorte

mager 2 - 6 %

mittel 7 - 14 %

fett ab 15 %

ergänzen

Maus

 

X

 

nein

Ratte

 

X

 

nein

Eintagsküken

X

 

 

nein1)

Wachtel

X

 

 

nein1)

Taube

X

X

 

nein

Fisch

 

X

X

nein

Huhn, mit Haut

 

X

 

nein

Huhn, ohne Haut

X

 

 

ja

Ente

 

 

X

nein2)

Gans

 

 

X

nein2)

Pute/Truthahn

X

 

 

ja

Kaninchen

X

 

 

ja

Hase

X

 

 

ja

Rind

X

X

X

ja3)

Pferd

X

 

 

ja

Lamm

 

X

X

nein

Schwein

 

X

X

nein

Emu

X

 

 

ja

Strauss

X

 

 

ja

1)mit mittelfetten bis fetten Sorten variieren, 2) mit mageren Sorten variieren, 3)je nach Sorte mager bis fett; Rinderfett/Talg enthält einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren

Tierfette

Schmalz wie Gänse-, Enten-, Pferde- oder Schweineschmalz, Butter, 1 - 2 EL/kg, oft kann man auch rohes, frisches Gänse-, Lamm-, Rinder- oder Pferdefett bekommen. Bezugsquellen: Lebensmittelgeschäft, Naturkostladen, Metzgerei, Schlachthof.

Fisch

Fischsorten wie Lachs, Makrele, Hering oder Sardinen enthalten hohe Mengen an ungesättigten Fettsäuren, insbesondere die essentiellen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, so dass man mit regelmäßigen Gaben fettreicher Fische wie Lachs, Makrelen, Heringe und Sardinen die etwas ungünstige Omega-Balance mancher Fleischsorten aus konventioneller Aufzucht korrigieren kann. Zudem sind sie eine gute Quelle von Vitamin D. Wir füttern einmal die Woche rohen, fetten Fisch.

Lachsöl

Wenn die Katze Fisch nicht frisst, kann man ersatzweise auf Lachsölkapseln zurückgreifen, sollte aber darauf achten, dass das Öl frisch riecht und nur ganz leicht fischig, da Fischöl schnell ranzig wird. Fischöl oder Lachsöl, möglichst mit Vitamin E, 1 - 2 Kapseln/500 - 1000 mg pro kg Futter bzw. pro Woche. Bezugsquellen: Naturkostladen, Apotheke, Zoohandel, Internet.

Pflanzenöle

Als gelegentliche Zugaben eignen sich: Kaltgepresstes Weizenkeim-, Maiskeim-, Nachtkerzen-, und Borretschöl, 1 - 2 EL/kg Futter. Einige Öle, insbesondere Weizenkeimöl, enthalten natürliches Vitamin E, was bei der Vitamingabe zu beachten ist. Bezugsquellen: Lebensmittelgeschäft, Naturkostladen, Internet.

Pflanzlicher Anteil/Fasern

Der pflanzliche Anteil besteht idealerweise aus 3 bis 5 % des Futters, sollte jedoch 10 % nicht überschreiten. Gemüse wird mit der Küchenmaschine oder einer Reibe fein zerkleinert und unter das Futter gemischt. Man kann das Gemüse zusammen mit dem Fleisch einfrieren, wenn man wirklich wenig Zeit hat. Besser ist es jedoch, kleine Portionen getrennt vom Fleisch einzufrieren, z. B. in Eiswürfelbehältern oder frisch vor dem Servieren ins Futter zu mischen. Salat, Sprossen oder Gras sollten grundsätzlich nur frisch gegeben werden. Samen und Kerne enthalten mehr Eiweiß und Fett, daher kann für die Mahlzeiten, die statt Gemüse Samen beinhalten, der Ölanteil entfallen. Samen sollten nicht in jeder Mahlzeit enthalten sein, sondern öfter mal als Abwechslung. Sie werden nur in kleinen Mengen verwendet und jedes Mal ganz frisch vor der Fütterung gemahlen. So lange noch neben dem Rohfutter täglich Fertigfutter gegeben wird, kann der pflanzliche Anteil entfallen.

Gemüse

Roh oder leicht gedämpft; Karotten, Tomaten, Paprika, Gurken, Kürbis, Zucchini, Brokkoli.

Nur roh: verschiedene Blattsalate, Sprossen, Gras aus dem Garten.

Samen und Kerne

Weizenkeime, Sonnenblumenkerne, Sesam, Nüsse, ab und zu gemahlen in kleinen Mengen.

Weizenkleie

Reiner Faserstoff, sollte in Wasser eingeweicht werden.

Vitamine

Wir können der Katze das Futter nicht so frisch bieten, wie sie es in der Natur vorfindet, wenn sie ein Beutetier fängt und es sofort verzehrt. Daher ist es sicherer, Vitaminzusätze zu verwenden, um einen Mangel auszuschließen. Es ist darauf zu achten, dass die wasserlöslichen Vitamine, vor allem der Vitamin-B-Komplex, verstärkt vertreten sind und nicht zu viele fettlösliche Vitamine (A, D) enthalten sind, da es hier zu Überdosierungen kommen kann. Insbesondere ein zu hoher Vitamin-A-Gehalt in der Nahrung ist kritisch. Darauf ist ein besonderes Augenmerk zu werfen, wenn Multivitaminpräparate und Leber verfüttert werden, welche viel Vitamin A enthalten. Vitamin E sollte supplementiert werden, besonders bei Verwendung von ungesättigten Fettsäuren. Vitamin C kann von Katzen selbst synthetisiert werden und braucht daher dem Futter nicht zugesetzt zu werden. Wie bei allem ist auch hier Abwechslung wichtig, es sollten immer mehrere Präparate im Wechsel benutzt werden. Zu beachten ist außerdem, dass viele Mineralien- und Vitaminzusätze bereits ausreichende Mengen Calcium und manchmal Phosphor enthalten, um Fleisch zu ergänzen. Diese Präparate sind bei Knochenfütterung und je nachdem, wie hoch der Knochenanteil in den Rationen ist, nicht oder nur bedingt zur Supplementierung geeignet.

Vitaminzusätze (zum Teil mit Mineralien und Spurenelementen)

Je nach Fütterungsmethode eignen sich verschiedene Produkte wie Centrum oder Präparate mit ähnlicher Zusammensetzung, Kitty Bloom VM900+3, Nekton, Catfortan, Marienfelde Vitakalk, Trixi Aufbaukalk, Murnil, Hefeflocken, Vitamin-B-Komplex, Vitamin E, Bezugsquellen: Lebensmittelgeschäft, Apotheke, Zoohandel, Tierarzt, Internet.

Mineralstoffe

Wenn man kleine, ganze Tiere mit Knochen verwendet oder ein ausreichender Teil der Nahrung aus fleischigen Knochen besteht, erübrigen sich weitere Calciumzusätze. Zu berücksichtigen ist, dass Knochen viel Calcium, aber auch viel Phosphor enthalten, daher sollte ein zu hoher Knochenanteil vermieden werden. Kleine Beutetiere wie Mäuse enthalten 5 % Knochen, während beispielsweise Kaninchen 8 bis 10 % und Hühner je nach Sorte und Fleischanteil 12 % oder mehr beinhalten können. Den Knochenanteil der natürlichen Beutetiere der Katze sollte man bei der Fütterung stets im Auge behalten, so dass ein Anteil von reinen Knochen in Höhe von 5 bis 10 % angemessen ist. Insbesondere bei ausgenommenen Hühnern ist der Knochenanteil mit ca. 20 % zu hoch und muss mit zusätzlichem Fleisch ergänzt werden. Wenn Fleisch ohne Knochen gefüttert wird, muss auf jeden Fall neben den Spurenelementen und Salz ein Calciumpräparat zugefügt werden.

Calciumzusätze

Um den Phosphorgehalt im Fleisch auszugleichen, gibt man ein Calciumpräparat, wenn man keine Knochen dazufüttert. Auch hier ist Abwechslung ein Gebot, da es Hinweise darauf gibt, dass sich Calciumcarbonat alkalisierend auf den pH-Wert des Urins auswirken kann. Kalac, Calciumcarbonat, Calciumcitrat sowie Eierschalen enthalten kein Phosphor, während Knochenmehl neben dem Calcium auch Phosphor enthält. Ausschlaggebend für die Dosierung ist das elementare Calcium sowie das Gewicht des Produktes, daher immer zuerst abwiegen. Mit diesem Kalkulator kann man ausrechnen, wie viel des jeweiligen Calciumpräparates benötigt wird: www.pristine-paws.de/ke_calc.htm. Die folgenden Angaben können nur Durchschnittswerte wiedergeben:

Calciumcarbonat: 5 g (ca. 3 TL) pro kg Fleisch

Calciumcitrat: 9 g (ca. 4 TL) pro kg Fleisch

Gemahlene Eierschalen: 5 g (ca. 1 TL) pro kg Fleisch, trocknen lassen und in Kaffeemühle mahlen

Kitty Bloom Kalac M34: 5 g (ca. 1 TL) pro kg Fleisch

Knochenmehl: Hier ist keine Angabe möglich, da unterschiedliche Präparate im Calcium- und Phosphorgehalt differieren, daher immer auf der Verpackung nachlesen! Natriumgehalt beachten und wie bei Knochenfütterung entsprechend weniger Salz geben. Bezugsquellen für Calciumergänzungen: Apotheke, Internet.

Salz

Pures Fleisch enthält zu wenig Natrium und sollte daher mit Salz ergänzt werden. Als Faustregel gilt: 5 g/1 TL auf 1 kg pures Fleisch oder 2,5 g/1/2 TL auf mit Knochen ergänztes Fleisch. Wenn ganze Tiere inklusive Knochen und Blut verfüttert werden, wird kein zusätzliches Salz supplementiert. Bei der Ergänzung mit Salz muss man darauf achten, ob in den diversen Ergänzungsprodukten bereits Natrium enthalten ist. Am besten eignen sich unraffinierte Natursalze wie Kristallsalz oder Meersalz. Denn im unraffinierten Natursalz sind  alle vorhandenen Mineralien noch in ihrer natürlichen Verbindung erhalten, während sie durch die Raffinade herausgefiltert werden. Weitere Hinweise und Bezugsquellen: Naturkostladen, Internet.

Seealgenmehl

Bei einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Futterzusammenstellung einschließlich guter Multivitamin- und Mineralstoffpräparate benötigt man normalerweise außer den oben genannten keine zusätzlichen Ergänzungen. Ansonsten kann man auch mal Seealgenmehl verwenden, welches reich an Vitaminen und Spurenelementen ist. Bezugsquellen: Naturkostladen, Internet.

Wasser

Wenn die Nahrung einen natürlichen Feuchtigkeitsgehalt von ca. 70 % hat, wie die Katze ihn in ihren Beutetieren vorfindet, braucht sie wenig Wasser zusätzlich. Dennoch sollte natürlich immer ein gefüllter Wassernapf zur Verfügung stehen, vorzugsweise nicht direkt neben dem Futter, sondern etwas entfernt, z. B. in einem anderen Raum oder einer anderen Zimmerecke. Leitungswasser ist nicht empfehlenswert, wenn es Chlor enthält oder zu hart ist. Stilles Wasser aus der Flasche oder destilliertes Wasser, welches wie Regenwasser keine Mineralien enthält, sind oft besser geeignet.

Zubereitung >>

www.savannahcat.de